Saudi-Arabische Studentin Unterstützt US-Austauschprogramm

Saudi-Araberin in USA

Der Begriff „Ivy League“, ist nicht nur in den USA als Begriff zur Beschreibung von Eliteuniversitäten bekannt. Es ist ein Begriff, den die aus Riad stammende, 22-jährige Kawther Al-Khudairy nur all zu gut kennt. Kawther hat vor kurzem ihr Studium der Soziologie mit Auszeichnung an der Brown Universität absolviert. Die Universität ist eine von acht Top-Universtitäten in den Vereinigten Staaten, die als „Ivy League“ bezeichnet werden.

Rückblickend auf ihr Grundstudium bemerkt Kawther in einem Interview mit Arabia Now: „Der Höhepunkt meiner Ausbildung war mit Sicherheit die Menschen, die ich kennengelernt habe. Meine Professoren, Mentoren und Mitstudenten haben mich und meine Ansicht über die Welt beeinflusst und sie haben mir dabei geholfen, mich in vieler Hinsicht hin weiterzuentwickeln. Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist von anderen Leuten und Organisationen, die andere Ideen und Erfahrungen haben, zu lernen. Durch deren Einfluß, bin ich mir sicherer in meiner persönlichen Entwicklung und in meinen täglichen Zielen geworden.“

Während sie Stunden damit verbracht hat, in der Bibliothek für ihren Abschluß zu studieren, wurde Kawther schnell klar, dass es eine Notwendigkeit gab, anderen arabischen Studenten Möglichkeiten für Austauschprogramme anzubieten. In ihrem Interview erklärte sie weiter: „Die Brown International Organization (BRIO) war für mich wie ein zweites zu Hause. Der Übergang von einem Land in ein anderes mit so vielen unterschiedlichen Kulturen, wie sicher man sich auch immer fühlt, ist immer schwer. BRIO hilft mit diesem Prozess. Die Organization hat sich zur Aufgabe gemacht, den internationalen Studenten zur Seite zu stehen und ihnen einen sicheren und entspannten Einstieg in das Uni-Leben zu ermöglichen.

Als ich mein letztes Studienjahr erreichte, hatte sich der Vorstand der Organisation auch auf internationale Problemstellungen außerhalb des Kampus konzentriert, beispielsweise in der Hilfestellung für Englischunterricht für Flüchtlingskinder. Ich war Teil der Organisation über meine gesamte Studentenzeit hinweg und stets begeistert von der Mission und allen Beteiligten. Die Vielzahl an Kulturen der Mitglieder haben mir dabei geholfen, die Welt und mich selbst besser zu verstehen.“

Über ihre Heimat Saudi-Arabien, spricht sie dabei unverblühmt. „Ich denke in Bezug auf ein Auslandsstudium gibt es zwei wesentliche Herausforderungen. Zum einem ist man weit von Allem entfernt, was einem vertraut ist. Und zum Anderen, versucht man seine Kultur mit der neuen Kultur zu balanzieren. Dies ist schwer, zumal wenn man Themenbereiche diskutiert, in denen man sich stark im Glauben unterscheidet, aber nur durch derartige Diskussionen lernen kann.“

Daher war es nicht verwunderlich, dass von amerikanischer Seite der Studenten viele sehr daran interssiert waren, mehr über die junge Frau aus dem Königreich zu erfahren. „Viele waren sehr schockiert zu hören, wie normal mein Leben zu Hause ist. Ich denke, viele erwarteten eine total unterschiedliche Geschichte über meine Kindheit oder dass das Leben in Saudi-Arabien komplett unterschiedlich ist. Manchmal sind sie sogar überrascht zu hören, dass ich plane nach meinen Abschluß nach Saudi-Arabien zurückzukehren oder, dass ich sehr froh bin dort zu leben. Viele haben dankbarerweise mehr Fragen gestellt, als nur Vermutungen geäußert. Sie wollten wirklich mehr über meine Kultur und mein Land lernen.“

Kawther, hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht anderen arabischen Studenten während ihres Aufenthaltes in den USA zu unterstützen. Als Mitglied der Freiwilligenorganisation „Qimmah“, hilft sie anderen Studenten aus arabischen Ländern via Onlineplatformen wie Skype, FaceTime und WhatsApp. Hier beantwortet sie Fragen zum Bewerbungsprozess und zum täglichen Leben eines Austauschstudenten in den USA.

Für Kawther steht als nächstes ihr Masterabschluß im Fachbereich Marketing an der New York City School for Professional Studies, an. Darüberhinaus macht sie sich bereits Gedanken um eine Leben nach der Uni. Viele ihrer Ziele finden dabei Anklang in der Vision 2030 Saudi-Arabiens. Sie erklärt hierzu: „Im Idealfall werde ich Unternehmertum und Philanthropie miteinander vereinbaren können, um etwas zu gründen, dass sowohl soziale, als auch finanzielle Aspekte nachhaltig erfüllen kann. Ich denke hierbei an die Gründung einer Unternehmerinitiative, die Frauenrechte unterstützt.“